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Arbeitskreis „Frauen mit Migrationshintergrund und Arbeit“ beim ersten Treffen dieses Jahres
Bildnachweis: Elke Heer, Stadt GD

Der AK "Frauen mit Migrationshintergrund und Arbeit" hat sich getroffen

Portrait von Ute Meinke

Geschrieben von:
Ute Meinke

Anfang April wurde in den Räumen des AJO e.V. in Schwäbisch Gmünd ein deutliches Zeichen für gelebte Kooperation und gesellschaftliche Verantwortung gesetzt. Der Arbeitskreis „Frauen mit Migrationshintergrund und Arbeit“ fand sich zum ersten Treffen in diesem Jahr zusammen. Seit seiner Gründung im Jahr 2015 im Rahmen des ESF-Programms „Stark im Beruf – Mütter mit Migrationsgeschichte steigen ein“ hat sich das Netzwerk zu einer unverzichtbaren Plattform entwickelt – und wird auch über das Förderende 2023 hinaus konsequent weitergeführt.

Gastgeberin war die AJO e.V. mit ihrer pädagogischen Leitung Tarla Naffin, die gemeinsam mit ihrem Team ihre aktuellen Projekte vorstellte. Auch die Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit, Sylvia Gremerath lieferte durch ihre Arbeitsmarktexpertise wichtige Impulse und Informationen. Die Stadtverwaltung Schwäbisch Gmünd war durch die Beauftragte für Chancengleichheit Elke Heer und Vertreterinnen des Amtes für Soziales und des Welcome Centers ebenso vertreten wie das Landratsamt durch Julian Lotze, Integration und Versorgung. Regina Schwenk, pädagogische Leitung der a.l.s.o. e.V. informierte über neue digitale Angebote, die durch die räumliche Flexibilität vor allem auch für Erziehende Vorteile bringen. Johanna Arnold vom Projekt InVia gab Einblicke in ihre Beratungsangebote. Im Mittelpunkt stand ein intensiver und konstruktiver Austausch über aktuelle Entwicklungen, Projekte und Herausforderungen, die Frauen mit Migrationsgeschichte weiterhin begegnen.

Besonders deutlich wurde: Es braucht weiterhin gezielte Anstrengungen, um strukturelle geschlechtsspezifische Hürden abzubauen. Deutschkurse für Frauen müssen wohnortnah und mit Kinderbetreuung angeboten werden. Pauschale Streichungen von Deutschkursen haben auf Frauen stärkere Auswirkungen. Komplexe digitale Verwaltungsprozesse erschweren vielen Frauen den Zugang zu Arbeit und gesellschaftlicher Teilhabe erheblich. Versorgungslücken wurden im gesundheitlichen Bereich, insbesondere bei der kinderärztlichen Versorgung und im psychosozialen Bereich festgestellt.

Ein starkes Signal für die Region ist die Einrichtung einer Beratungsstelle zur Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen ländlicher Raum Ost-Württemberg im Auftrag des Landes Baden-Württemberg in Schwäbisch Gmünd. Damit wird ein entscheidender Schritt hin zu schnelleren Beratungsprozessen und besseren Unterstützungsstrukturen gemacht. „Wir erhoffen uns hierdurch eine große Entlastung der Beratungsstellen in Aalen und Heidenheim und wesentlich kürzere Wartezeiten für die Migrantinnen.“, so Naffin.

Der Arbeitskreis zeigt eindrucksvoll, wie nachhaltige Veränderung durch Vernetzung, Engagement und gemeinsame Zielsetzung entstehen kann. Das nächste Treffen findet am 23. Oktober 2026 bei a.l.s.o. e.V. statt – und setzt den erfolgreichen Dialog fort.

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