Kreissparkasse Ostalb fördert EKM-Festival
Die Kreissparkasse Ostalb unterstützt das Festival Europäische Kirchenmusik und leistet damit einen wichtigen Beitrag für vielseitige Kultur in Schwäbisch Gmünd.
Das 38. Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd ist am 9. August zu Ende gegangen. Vom 17. Juli an fanden unter dem Motto „Balance“ zahlreiche Veranstaltungen statt: Insgesamt 40 Konzerte, Gottesdienste, Kurse, Kooperationen und Künstlergespräche standen in den Kirchen der Stadt und der Umgebung sowie im Kulturzentrum Prediger auf dem Programm.
Die Festivalleitung zieht Bilanz: In dreieinhalb Festivalwochen haben 11.000 Gäste die unterschiedlichen Veranstaltungen besucht, viele davon bei freiem Eintritt. Rund 6.800 Karten wurden verkauft, etwas mehr als im Vorjahr. Acht Konzerte waren ausverkauft, bei weiteren Veranstaltungen gab es nur noch Restkarten. Die Auslastung der Ensemblekonzerte und Gottesdienste insgesamt lag bei 90 Prozent.
Der Festival-Freundeskreis begleitete und unterstützte das Festival mit verschiedenen Aktionen über den gesamten Zeitraum hindurch und war Ansprechpartner für die Gäste von nah und fern. Die über vierhundert Mitglieder weiteten ihr Engagement aus und waren dieses Jahr zusätzlich auch beim Programmheftverkauf präsent.
Sieben Konzerte zeichnete der Südwestrundfunk für das Radioprogramm SWR Kultur auf, eins davon wurde live im ARD Radiofestival gesendet, ein weiteres wird am 13. August ebenfalls im ARD Radiofestival zu hören sein und damit national ausgestrahlt werden. Die übrigen Mitschnitte werden im Laufe der nächsten Wochen und Monate gesendet und sind in der Mediathek abrufbar.
Im kommenden Jahr findet das 39. Festival Europäische Kirchenmusik Schwäbisch Gmünd vom 16. Juli bis 8. August statt – das Motto nächstes Jahr lautet „unterwegs“.
Highlights mit internationalen Stars nationalen Künstlern
In den 20 Konzerten des Festivals waren Ensembles und Solisten aus Deutschland, Europa sowie den USA zu erleben. Sie boten besondere Konzertmomente: Im Eröffnungskonzert am Samstag, 18. Juli, erlebte das Publikum im voll besetzten Heilig-Kreuz-Münster Johann Sebastian Bachs meisterhafte h-Moll-Messe, erstklassig dargeboten vom Chorwerk Ruhr, Solisten und Concerto Köln unter der Leitung von Florian Helgath. Das Konzert war deutschlandweit live in allen ARD Kulturwellen im ARD Radiofestival zu hören. Das schwedische Vokalensemble Vokalharmonin und das Stuttgarter Kammerorchester gestalteten am Donnerstag, 23. Juli, das Preisträgerkonzert und sorgten mit vielschichtiger, packender Chormusik für einen bewegenden Abend. Im Anschluss erhielt der Komponist Thomas Jennefelt von Oberbürgermeister Richard Arnold den Preis der Europäischen Kirchenmusik 2026. Laudator Klaus-Martin Bresgott würdigte Jennefelts musikalische Sprache, in der eine faszinierende Weisheit des Universellen läge, geheimnisvoll und offen zugleich. Beim anschließenden Empfang im Refektorium des Predigers trug sich der Komponist in das Goldene Buch der Stadt ein. Am Samstag, 25. Juli, fand im Prediger ein ungewöhnlicher Jazz-Abend statt: Die österreichische Schauspielerin Birgit Minichmayr interpretierte zusammen mit Bernd Lhotzky und dem Quadro Nuevo Shakespeare-Sonette auf besondere Art und begeisterten damit den gefüllten Saal. Ebenso begeisternd war die Darbietung des Vokalsextetts Lyyra aus den USA, die am 30. Juli in der Augustinuskirche sympathisch und mitreißend Musik aus ihrer Heimat präsentierten. Ein Novum im Festival war der Stummfilm an der Eule-Orgel in der Augustinuskirche: Am 31. Juli zog Organistin Anna Vavilkina hier die Register und sorgte mit ihren kreativen Improvisationen für eine einmalige Untermalung des Stummfilms „Safety Last!“ mit Wiedererkennungseffekten. Über 200 Mitwirkende – der Windsbacher Knabenchor, die Cantores Minores aus Helsinki, die Stuttgarter Philharmoniker und Solisten unter der Leitung von Ludwig Böhme – bescherten am 1. August dem zahlreichen Publikum im Heilig-Kreuz-Münster einen berührenden Abend mit Brahms‘ Deutschem Requiem. Einen Liederabend der Superlative erlebten die Besucher bei sommerlichen Temperaturen im Festsaal im Prediger: Bariton Benjamin Appl und sein Klavierpartner Simon Lepper entführten mit ihrer Interpretation von Werken von Robert Schumann, Georg Butterworth und Hugo Wolf in die berührende Liedwelt der Romantik. Die Welt des Mittelalters tat sich dagegen im Kloster der Franziskanerinnen am 6. August auf: Das Ensemble Apotropaïk aus Frankreich besang meisterhaft die „Bella Donna“ der höfischen Tradition. Ein eigens für das Festivalmotto konzipiertes Konzertprogramm brachte Jazzpianistin Olivia Trummer mit ihrem Trio am 7. August in die Johanniskirche: Balance halten mit Jazz, Beethoven und darüber hinaus – ein toller Abend vor ausverkauftem Haus.
Gottesdienste, Meisterkurs und Performances
Der ökumenische Eröffnungsgottesdienst fand im Heilig-Kreuz-Münster statt. Vor vollbesetzten Bänken hielt Dekan Dr. Joachim Kummer die Festpredigt und das Ensemble VocaBella aus Tübingen sowie Münsterorganist Stephan Beck begleitete musikalisch. Im Anschluss hieß es „Balance in Action“: Turnerinnen und Turner des TV Wetzgau präsentierte eine besondere Leistungsshow im Prediger-Innenhof und begeisterten mit ihrer Performance. Am 19. Juli feierten die St. Michael-Chorknaben Schwäbisch Gmünd ihr 70-jähriges Bestehen im Rahmen eines Gemeindegottesdienstes. Auch der zweite Gemeindegottesdienst des Festivals wurde durch den evangelischen Posaunenchor besonders musikalisch gestaltet. Den Abschluss bildete der ökumenische Schlussgottesdienst mit Dekan Robert Kloker und Pfarrer Matthias Plocher in der Augustinuskirche. Musikalisch setzten Beatrix Steinhübl und ihre Band bewegende Akzente. Vom 5. bis 7. August fand der 19. Internationale Meisterkurs für Orgelimprovisation statt. Kursleiter Vincent Dubois, international gefragter Organist und Dozent, gab sein Wissen an 15 aktive und fünf passive Teilnehmerinnen und Teilnehmer weiter. Die Aktiven gestalteten mit ihren neuen Ideen das Abschlusskonzert an der Klais-Orgel des Heilig-Kreuz-Münsters. Zum Abschluss des Festivals zeigte das Kollektiv dots aus Stuttgart seine Tanzperformance „Prayers“ im Heilig-Kreuz-Münster und machte sich ausdrucksstark auf die Suche nach Hoffnung.
Kooperationen
Das Festivalprogramm wurde erweitert durch verschiedene Begleitveranstaltungen und Kooperationen: Bereits am Donnerstag, 11. Juni, gastierte Jean Asselborn, ehemaliger luxemburgische Außenminister und Europapolitiker, mit einem Vortrag über „Welt in Disbalance? Europa zwischen Verantwortung und Realität“ im Prediger, eine Begleitveranstaltung des EuroPoint Ostalb, des Landratsamts Ostalbkreis, in Kooperation mit der Gmünder VHS und dem Festival Europäische Kirchenmusik. Das Musikforum „Forschungsportal Bach“ am Samstag, 18. Juli, sowie die Gespräche mit den Künstlerinnen und Künstlern der Konzertabende ermöglichten vertiefte Einblicke in das Programm. Am Sonntag, 26. Juli, präsentierte der Philharmonische Chor Schwäbisch Gmünd mit dem Orchester Sinfonia 02 und Solisten unter der Leitung von Stephan Beck Chorsinfonik von Anton Bruckner in der Abteikirche Neresheim; veranstaltet wurde das Konzert vom Verein zur Erhaltung der Abteikirche Neresheim e.V.
Während des gesamten Festivals lief die Ausstellung „Gleichgewichtˇstörung“ in der Galerie „Labor im Chor“ im Kulturzentrum Prediger, sie ist noch bis 6. September zu sehen. Darüber hinaus bot das Internationale Schattentheater Museum „schattenreich“ während der Festivalzeit Sonderführungen an, zu denen Ticketinhaber freien Eintritt erhielten.
Veranstalter / Finanzierung
Das Festival Europäische Kirchenmusik wird veranstaltet vom Kulturbüro der Stadt Schwäbisch Gmünd. Der Veranstaltungsetat (Ausgaben und Einnahmen) beträgt seit Jahren konstant 400.000 Euro.