zum Hauptinhalt springen

Gemeinsamer Appell für den Erhalt der Notfallpraxis am Stauferklinikum. Kommunale Vertreter fordern Erhalt der bisherigen Versorgung

Portrait von Ute Meinke

Geschrieben von:
Ute Meinke

Die Notfallpraxis am Stauferklinikum in Mutlangen ist ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Versorgung in der Region. Jährlich werden dort rund 14.000 bis 15.000 Patientinnen und Patienten behandelt. Nun gibt es Bestrebungen, die Öffnungszeiten der Notfallpraxis zu reduzieren. Dagegen formiert sich deutlicher Widerstand aus der kommunalen Politik.

Die Notfallpraxis am Stauferklinikum Mutlangen übernimmt eine wichtige Funktion in der regionalen Gesundheitsversorgung. Grundsätzlich dient sie dazu, außerhalb der regulären Sprechzeiten niedergelassener Arztpraxen eine zentrale Anlaufstelle für Patientinnen und Patienten mit akuten, jedoch nicht lebensbedrohlichen Beschwerden bereitzustellen. Die Notfallpraxis ist damit Bestandteil des ärztlichen Bereitschaftsdienstes. Gerade diese klare Aufgabenverteilung trägt dazu bei, die Zentrale Notaufnahme des Stauferklinikums zu entlasten. 

Die Idee der Notfallpraxis besteht dabei auch darin, den früher dezentral organisierten ärztlichen Bereitschaftsdienst an einer zentralen Stelle zu bündeln. Die Notfallpraxis wird von niedergelassenen Ärzten im Wechsel besetzt. Durch die enge Anbindung an das Stauferklinikum können bei Bedarf auch die dort vorhandenen diagnostischen Möglichkeiten genutzt werden.

Die Notfallpraxis am Stauferklinikum in Mutlangen folgt diesem Grundgedanken. Sie ist aus dem konkreten Bedarf der Bevölkerung und der regionalen Versorgungssituation heraus entstanden. Jährlich suchen rund 14.000 bis 15.000 Patientinnen und Patienten die Einrichtung auf. Diese Zahl macht deutlich, welche Bedeutung die Notfallpraxis für die Menschen in der Region hat.

Auch die niedergelassene Ärzteschaft unterstützt das Vorhaben. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Möglichkeit, die Zentrale Notaufnahme des Stauferklinikums zu entlasten. Patientinnen und Patienten, deren Beschwerden in der Notfallpraxis behandelt werden können, müssen dadurch nicht zwangsläufig die Strukturen der Zentralen Notaufnahme in Anspruch nehmen.

Die Notfallpraxis übernimmt damit eine wichtige Filter- und Entlastungsfunktion: Sie bietet den Menschen eine wohnortnahe ärztliche Versorgung außerhalb der regulären Praxiszeiten und hilft gleichzeitig dabei, die Ressourcen der Zentralen Notaufnahme für schwerwiegende und lebensbedrohliche Fälle freizuhalten.

Gerade deshalb sehen die kommunalen Vertreter eine geplante Reduzierung der Öffnungszeiten kritisch. Wenn eine Einrichtung aufgrund des tatsächlichen Bedarfs jährlich von 14.000 bis 15.000 Menschen genutzt wird und gleichzeitig der Ärztemangel im ländlichen Raum zunimmt, müsse aus ihrer Sicht zunächst geprüft werden, wie die vorhandene Struktur erhalten und die ärztlichen Dienste organisatorisch auf mehrere Schultern verteilt werden können.

Die Dienste in der Notfallpraxis werden von rund 130 bis 140 niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten getragen. Die Versorgung steht damit auf vielen Schultern. Aus Sicht der kommunalen Vertreter sollte deshalb geprüft werden, ob sich die Dienste künftig noch flexibler organisieren lassen. Ein möglicher Ansatz wäre, dass sich mehrere Ärztinnen und Ärzte die bislang anfallenden drei Stunden beziehungsweise Dienstabschnitte eines Dienstes teilen. Dadurch könnte die Belastung für die einzelnen Ärzte reduziert werden, ohne das bestehende Angebot für die Bevölkerung einzuschränken.

Gleichzeitig ist den kommunalen Vertretern bewusst, dass die Diskussion nicht einseitig geführt werden kann. Die Zahl der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte nimmt insbesondere im ländlichen Raum ab. Gleichzeitig stehen viele Praxen vor erheblichen wirtschaftlichen und organisatorischen Herausforderungen. Auch die Entwicklung der ärztlichen Honorierung und die von der Kassenärztlichen Vereinigung vorgesehenen beziehungsweise vorgenommenen Kürzungen müssen in die Betrachtung einbezogen werden.

„Wir sehen beide Seiten“, lautet deshalb die Botschaft der kommunalen Vertreter. Es gehe ausdrücklich nicht darum, die Belastung der niedergelassenen Ärzteschaft zu ignorieren. Vielmehr müsse eine Lösung gefunden werden, die sowohl die Situation der Ärzte als auch die medizinische Versorgung der Bevölkerung berücksichtigt.

Aus Sicht der kommunalen Vertreter ist klar: Eine Reduzierung der Öffnungszeiten der Notfallpraxis wäre ein erheblicher Einschnitt in die regionale medizinische Versorgung. 

„Wir Ortsvorsteher betrachten beide Seiten. Durch unser Amt sind wir dem Wohl der Bevölkerung verpflichtet. Deshalb setzen wir uns für den Erhalt der Notfallpraxis ohne Kürzungen der Öffnungszeiten ein“, so Hans-Peter Wanasek als Sprecher der Initiative.

Der Appell wird von den Ortsvorsteherinnen und Ortsvorstehern aller Schwäbisch Gmünder Stadtteile getragen. Für den Erhalt der bisherigen Versorgung sprechen sich aus:

  • Bargau: Stefan Struzyna
  • Bettringen: Karl-Andreas Tickert
  • Degenfeld: Hans-Peter Wanasek
  • Großdeinbach: Gerd Zischka
  • Herlikofen: Thomas Maihöfer
  • Hussenhofen: Sabine Wiese
  • Lindach: Klaus-Peter Funk
  • Rechberg: Karl Weber
  • Rehnenhof/Wetzgau: Dr. Ute-Angela Schütte
  • Straßdorf: Werner Nußbaum
  • Weiler in den Bergen: Christian Krieg

Dem gemeinsamen Anliegen schließen sich darüber hinaus Oberbürgermeister Richard Arnold, Erster Bürgermeister Christian Baron sowie der CDU-Landtagsabgeordnete Tim Bückner an.
Damit wird deutlich: Der Erhalt der Notfallpraxis wird nicht lediglich als lokales Anliegen einzelner Ortsteile betrachtet. Vielmehr geht es um die Frage, wie die medizinische Versorgung der Bevölkerung in Schwäbisch Gmünd und der umliegenden Region langfristig gesichert werden kann.

Der gemeinsame Appell richtet sich deshalb an alle Beteiligten, nach Lösungen zu suchen, die die Belastung der niedergelassenen Ärzteschaft berücksichtigen und gleichzeitig die bestehenden Versorgungsstrukturen erhalten.

Das Ziel ist klar: Die Notfallpraxis am Stauferklinikum soll als verlässlicher Bestandteil der regionalen Gesundheitsversorgung erhalten bleiben – ohne eine Reduzierung der Öffnungszeiten.

zurück

Eintrag teilen
Um diesen Eintrag zu teilen, kopieren Sie den folgenden Link und versenden Sie ihn per E-Mail, Messenger, etc.