Gmünd im Guggenfieber: Ein Wochenende voller Farben, Krach und guter Laune
Zwei Tage lang stand Schwäbisch Gmünd wieder ganz im Zeichen der schrägen Töne – und das mit voller Wucht. Das 40. Internationale Guggenmusiktreffen brachte am 22. und 23. Februar rund 800 Musikerinnen und Musiker aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein in die älteste Stauferstadt. Nicht zum ersten Mal, aber immer wieder beeindruckend: Gmünd, das nicht ohne Grund als Mekka der Guggenmusik gilt, verwandelte sich erneut in eine farbenfrohe, laute und ausgelassene Fasnetskulisse.
Schon am Freitagabend fiel beim traditionellen Guggenball der Gmendr Gassfetza im Prediger der inoffizielle Startschuss. Zwischen Auftritten erster Kapellen heizte die Partyband „Die Bande“ die Stimmung an und ließ spüren, was die Besucher am Wochenende erwartet: pure Lebensfreude, schräge Rhythmen und ein Fest für Augen und Ohren.
Am Samstagmorgen ging es dann offiziell los – und das gleich mit einer Besonderheit, die besonders Familien anzieht: Um 11 Uhr startete am Bockstorplatz der Umzug mit dem Narrenbaum. Kinder und Erwachsene begleiteten gemeinsam mit zwei Guggenmusiken den prächtig geschmückten Baum quer durch die Altstadt bis zum Marktplatz, wo die Maskengruppe „Rudos“ und die Wetzgauer Feuerwehr ihn traditionsgemäß aufrichteten. Bereits zu diesem Zeitpunkt lagen die Plätze und Gassen im Klangteppich der ersten Kapellen.
Wenig später folgte der offizielle Empfang der Stadt durch Oberbürgermeister Richard Arnold und Eventmanager Robert Frank. Auf den Bühnen am Oberen Marktplatz, am Johannisplatz und auf dem Gerberplatz eröffnete sich für die Besucher ein musikalisches Kaleidoskop: farbenprächtige Kostüme, fantasievolle Masken und der unverkennbare Sound der Guggen, der sich durch die Innenstadt vibrierte. Diese Dreigliederung ermöglichte es auch Familien mit kleineren Kindern, die Guggen in entspannter Atmosphäre zu erleben.
Das Interesse der Kapellen ist ungebrochen. Vier Gruppen feierten in diesem Jahr ihre Premiere in Gmünd: die Bruggaklopfer Neuhausen, D’Harplinger Bäse-Ries-Fäger, die Mohikaner Basel und die Voll_gas-Chlöpfer Wiezikon. Mit besonderer Freude erwartet wurde auch der Auftritt der „Los Krawallos“ – einer außergewöhnlichen Formation, in der rund die Hälfte der rund 60 Musikerinnen und Musiker Menschen mit Behinderung sind. Ihr Auftritt ist jedes Jahr ein emotionaler Höhepunkt und ein starkes Zeichen der Inklusion in der Fasnetskultur.
Ab 18 Uhr stiegen dann die legendären Monsterkonzerte – simultane Großauftritte verschiedener Guggenkapellen auf allen großen Plätzen der Stadt. Gmünd versank im farbenfrohen Lichtermeer, begleitet von donnernden Rhythmen und einem Publikum, das kaum stillstehen konnte. Anschließend folgte die „Nacht der Nächte“, in der sich die Besucher durch die Lokale der Innenstadt treiben ließen – ein Klang- und Farbspektakel, das bis weit in die frühen Morgenstunden dauerte.
Der Sonntag bot einen gemütlicheren, aber nicht weniger stimmungsvollen Abschluss: Der Frühschoppen in der Katharinenstraße verwandelte die Sporthalle in eine klingende Arena. Alle Kapellen traten noch einmal auf, und das Publikum durfte als Jury über „Best Sound“, „schönstes Kostüm“ und „beste Stimmungsmacher“ abstimmen. Dank QR-Code war die Beteiligung groß – und die Gewinner wurden noch während des Frühschoppens prämiert. Unter allen Teilnehmenden verloste der HGV Schwäbisch Gmünd zudem drei Einkaufsgutscheine.
Am Ende des Wochenendes stand fest: Schwäbisch Gmünd ist wieder im Guggenfieber entbrannt. Der aufgerichtete Narrenbaum auf dem Oberen Marktplatz markierte nicht nur den symbolischen Start der närrischsten Zeit, sondern auch den Beginn eines außergewöhnlichen Fasnetsspektakels. Farbenfroh, laut, herzlich – und für die Stadt längst unverzichtbar. Wer Fasnet liebt, schräge Musik feiert und sich von der Energie der Guggen mitreißen lassen will, findet in Gmünd das perfekte Zuhause.









