Am Sonntag, 13. September, lädt der Tag des offenen Denkmals dazu ein, Geschichte dort zu erleben, wo sie tatsächlich stattgefunden hat. In Schwäbisch Gmünd steht dabei in diesem Jahr ein ganz besonderer Ort im Mittelpunkt: Mit der Öffnung des Fehrle-Ateliers wird ein außergewöhnliches Stück Stadt- und Kunstgeschichte erstmals umfassend für die Öffentlichkeit zugänglich. Um 11 Uhr wird der Tag am Atelier mit den traditionellen Grußworten von Erstem Bürgermeister Christian Baron eröffnet.
Passend zum diesjährigen Motto „NetzWERKE: Denkmale & Infrastruktur“ erzählt das denkmalgeschützte Atelier von Jakob Wilhelm Fehrle nicht nur von einem bedeutenden Gmünder Künstler. Es steht zugleich für die vielen Verbindungen, die ein solches Denkmal über Generationen hinweg lebendig halten: zwischen Vergangenheit und Gegenwart, regionaler Tradition und internationaler Kunst – und nicht zuletzt zwischen den Menschen, Institutionen und Stiftungen, die sich für seinen Erhalt eingesetzt haben.
Wer das Fehrle-Atelier betritt, bekommt dabei einen ungewöhnlich authentischen Einblick in die Welt des Bildhauers. Gebäude, Werkzeuge, Skulpturen, Zeichnungen, Schriftgut und Mobiliar sind nahezu vollständig erhalten. Alles wirkt so, als hätte Jakob Wilhelm Fehrle seinen Arbeitsplatz gerade erst verlassen. Künftig werden dort nicht nur seine Arbeiten zu sehen sein. Auch Werke seiner Frau Klara Menrad-Fehrle und seiner Schwester Anna Fehrle ergänzen die Präsentation und machen das Atelier zu einem besonderen Ort, an dem sich das Schaffen einer ganzen Künstlerfamilie entdecken lässt.
Dass dieses Ensemble in seiner Geschlossenheit bewahrt werden konnte, ist das Ergebnis jahrelanger gemeinsamer Anstrengungen. Mit dem Erwerb des künstlerischen Nachlasses und der Anmietung der Atelierräume durch die Bürgerstiftung Schwäbisch Gmünd ist es gelungen, ein bedeutendes Stück Kulturgeschichte dauerhaft zu sichern. Führungen und eine wissenschaftliche Erschließung sollen künftig dazu beitragen, diesen besonderen Ort immer wieder neu erfahrbar zu machen.
Die Eröffnung des Fehrle-Ateliers ist zugleich einer der Höhepunkte eines abwechslungsreichen Programms zum Tag des offenen Denkmals. Bei Führungen durch das Atelier und den thematischen Stadtrundgängen „Fehrle entdecken“ lässt sich dem Künstler und seiner Stadtgeschichte auf die Spur kommen. Darüber hinaus öffnen zahlreiche weitere Denkmale ihre Türen und laden dazu ein, Schwäbisch Gmünd aus ganz unterschiedlichen Perspektiven kennenzulernen. Auf dem Programm stehen unter anderem Führungen und Vorträge im Silberwarenmuseum Ott-Pauscher’sche Fabrik, im Eisenbahn-Belvedere, im Panorama Museum in der Grät und in der Villa Seiz am Nepperberg. Dazu kommen Rundgänge durch den historischen Stadtgarten, eine Kindererlebnisführung auf den Spuren des Einhorns, die Gmünder Gässles-Tour sowie eine Stadtführung durch die historische Innenstadt.
Auch die beiden Türme, Königsturm und Fünfknopfturm, sind geöffnet. Der Staufersaga Verein präsentiert sich vor dem Gmünder Hof. Und auch in den Stadtteilen gibt es besondere Entdeckungen: Die Burganlage Hohenrechberg, die Kirche St. Coloman in Wetzgau mit ihrer besonderen Dachstuhlführung und das Straßdorfer Schlössle laden ebenfalls zum Besuch ein.
Damit die Besucherinnen und Besucher bequem zwischen den verschiedenen Stationen unterwegs sein können, ist auch das E-Zügle „Naturstromer“ kostenlos im Einsatz. Es fährt ab 10.30 Uhr von der Haltestelle am Glashaus am Unteren Marktplatz bis etwa 17 Uhr im Ringverkehr durch die Innenstadt und steuert zahlreiche Stationen des Denkmaltags an. Zum Fehrle-Atelier geht es über die Haltestelle Gemeindehausstraße.
Und das Beste: Sämtliche Angebote und Führungen am Tag des offenen Denkmals sind kostenfrei. So bietet sich am Sonntag die ideale Gelegenheit, bekannte Orte neu zu entdecken, verborgene Schätze kennenzulernen und ganz besondere Einblicke in die Geschichte Schwäbisch Gmünds zu bekommen.
Das vollständige Programm sowie Informationen zu möglichen Anmeldungen gibt es online beim Tag des offenen Denkmals®: Tag des offenen Denkmals® | Entdecke Geschichte hautnah