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38. EKM Festival Europäische Kirchenmusik
Bildnachweis: Kulturbüro, Stadt GD

Vom 17. Juli bis 9. August

Portrait von Ute Meinke

Geschrieben von:
Ute Meinke

Vom 17. Juli bis 9. August kommen internationale Ensembles, Orchester, Solistinnen und Solisten aus ganz Europa und den USA nach Schwäbisch Gmünd und konzertieren in den beeindruckenden Kirchenräumen der Stadt. Das 38. Festival Europäische Kirchenmusik steht in diesem Jahr unter dem Motto „Balance“ – und genau das spiegelt sich auch im Programm wider: Alte Musik trifft Jazz, Orchesterklänge auf Elektronik, Orgelmusik auf Pop-Chor a cappella.

Festivalprogramm: EKM-Programmbroschüre

Mit dabei sind unter anderem der Windsbacher Knabenchor, das US-Vokalsextett Lyyra, Bariton Benjamin Appl sowie Musikerinnen und Musiker aus Österreich, Schweden, den Niederlanden, Spanien und Frankreich. Insgesamt stehen rund 40 Konzerte, Gottesdienste und Begleitprogramme auf dem Spielplan.

Ein Höhepunkt des Festivals: Der schwedische Komponist Thomas Jennefelt erhält am 23. Juli den Preis der Europäischen Kirchenmusik – gefeiert wird das mit einem Preisträgerkonzert des Chors Vokalharmonin und dem Stuttgarter Kammerorchester.

Außerdem zu erleben: Chorwerk Ruhr, Concerto Köln, das Ensemble Uwaga!, das Olivia Trummer Trio und sogar Bundesligaturner des TV Wetzgau.

Sieben der Konzerte werden vom Südwestrundfunk aufgezeichnet und später auf SWR Kultur gesendet. Der Vorverkauf startet am 27. März – Tickets gibt’s beim i-Punkt Schwäbisch Gmünd oder online unter www.kirchenmusik-festival.de.

Das ist in den dreieinhalb Wochen des Festivals geplant:

Chor- und Orchesterkonzerte
Im Eröffnungskonzert am Samstag, 18. Juli, im Heilig-Kreuz-Münster erklingt Johann Sebastian Bachs h-Moll-Messe, dargeboten von Chorwerk Ruhr und Concerto Köln unter der Leitung von Florian Helgath. Beide Ensembles sind zum ersten Mal beim Festival zu Gast. Am Mittwoch, 22. Juli, spielt das Stuttgarter Kammerorchester (SKO) vier Brandenburgische Konzerte von J. S. Bach. Diese umspielt Elektronik-Künstler Sven Helbig mit einer klingenden Naturumgebung und eröffnet dadurch neue Klangwelten. Das schwedische Vokalensemble „Vokalharmonin“ und das SKO gestalten am Donnerstag, 23. Juli, das Preisträgerkonzert: Werke des Komponisten Thomas Jennefelt, darunter eine Uraufführung, stehen im Kontrast zu G. F. Händels „Dixit Dominus“ und schwedischen Vokalwerken des 20. und 21. Jahrhunderts. Der Philharmonische Chor Schwäbisch Gmünd präsentiert am Sonntag, 26. Juli, Anton Bruckners Messe d-Moll in der Abteikirche Neresheim. Der Windsbacher Knabenchor gastiert am Samstag, 1. August, zusammen mit dem finnischen Knabenchor Cantores Minores Helsinki und den Stuttgarter Philharmonikern im Gmünder Münster. Auf dem Programm steht „Ein deutsches Requiem“ von Johannes Brahms, das Trost und Geborgenheit in den Mittelpunkt stellt.

Exklusive Programme, Musik aus aller Welt & Tanzperformance
Am Freitag, 24. Juli, präsentiert das Ensemble Musicantes in der Johanniskirche Farben dreier Kulturen im mittelalterlichen Andalusien. Beim Duo Gambelin trifft am Mittwoch, 29. Juli, Renaissance und Barock auf Jazz und Moderne. Dann prallen ebenfalls in der Johanniskirche unterschiedliche Klangwelten aufeinander, schließlich sind sich Bassklarinette und Viola da gamba in der Musikgeschichte nie begegnet… Mit „Lyyra“ aus den USA gastiert am Donnerstag, 30. Juli, ein exquisites Frauen-Vokalsextett in der Augustinuskirche und zeigt das eindrucksvolle Klangspektrum hoher, sphärischer Stimmen. Am Mittwoch, 5. August, ist ein besonderer Liederabend mit dem Bariton Benjamin Appl und seinem Liedpartner Simon Lepper im Kulturzentrum Prediger zu erleben. Auf dem Programm die einfühlsame Liedkunst der Romantik. Am folgenden Donnerstag, 6. August, eröffnet das Ensemble Apotropaϊk im Kloster der Franziskanerinnen neue Perspektiven auf mittelalterliches Repertoire. Unter dem Titel „Bella Donna“ werfen sie einen Blick auf die erhabene und meist unerreichbare Frau der höfischen Tradition. Das „Kollektiv dots“ zeigt am Samstag, 8. August, im Heilig-Kreuz-Münster seine Tanzperformance „Prayers“ und lässt Raum, Musik und Bewegung neu lebendig werden.

Pop, Jazz und Crossover
Musik in Kirchen voller Vielfalt – beim Festival treffen klassische Programme auf moderne Genres. Programmatisch ist der Name des Ensembles „Uwaga!“ („Achtung!“): Bei dem furiosen Trip von Renaissance bis Pop am Sonntag, 19. Juli, im Kloster Lorch muss mit allem gerechnet werden, auf jeden Fall mit einer kurzweiligen Exkursion durch die Jahrhunderte. Am Samstag, 25. Juli, werden im Kulturzentrum Prediger Shakespeare-Sonette in Musik lebendig – ein besonderer Abend mit der Schauspielerin Birgit Minichmayr, Quadro Nuevo und dem Jazz-Pianisten Bernd Lhotzky. Am Dienstag, 28. Juli, zeigt der Cappella-Chor der Augustinuskirche gemeinsam mit dem Unterstufenchor des Rosenstein-Gymnasiums Heubach das Musical „Nach uns die Sintflut“ von Johannes M. Michel, der stilistisch vielfältig in Musik und Wort alles Menschliche und Tierische rund um Noahs Arche fasst – für Klein und Groß! In der Wallfahrtskirche Hohenstadt singt die Leipziger A-cappella-Band „Quintense“ am Sonntag, 2. August, Jazz-Standards und Pop-Songs in furiosen Arrangements und energiegeladener Interpretation. Jazz vom Feinsten gibt es am Freitag, 7. August, in der Johanniskirche mit dem Olivia Trummer Trio. Das Berliner Ensemble präsentiert sowohl Kompositionen von Olivia Trummer, aber auch spannende Jazz-Arrangements zur Musik von Ludwig van Beethoven.

Vielfältige Orgelmusik
Orgelmusik steht an den Freitagabenden im Fokus. Am 24. Juli spielt Gerben Budding (Gouda) an der Klais-Orgel im Heilig-Kreuz-Münster ein Programm vom Barock bis zur Gegenwart, unter anderem Franz Liszts berühmte Fantasie und Fuge über den Choral „Ad nos“. Katelyn Emerson aus den USA präsentiert am 31. Juli ein farbenreiches Programm, das sowohl eine Triosonate J. S. Bachs beinhaltet, als auch Werke des 20. Jahrhunderts. Am gleichen Abend improvisiert zum Stummfilm „Safety Last!“ die Berliner Organistin Anna Vavilkina, die regelmäßig mit großem Erfolg die legendäre Kino-Orgel im Berliner „Babylon“ bespielt. Vom 5. bis 7. August findet der 19. Internationale Meisterkurs für Orgelimprovisation statt. Die Kursleitung hat der international konzertierende Pariser Organist Vincent Dubois. Die Teilnehmenden des Kurses gestalten am 7. August das spannende Abschlusskonzert und entführen in die geheimnisvolle Welt der Improvisation.

Gottesdienste und Begleitprogramme
Am Freitag, 17. Juli, beginnt das 38. Festival Europäische Kirchenmusik mit dem ökumenischen Eröffnungsgottesdienst im Heilig-Kreuz-Münster. Zu Gast sind der neue Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Ostalb, Dr. Joachim Kummer, sowie das Frauenensemble Vocabella aus Tübingen. Im Anschluss heißt es „Balance in Action“: Bundesligaturner des TV Wetzgau präsentieren eine besondere Open-Air-Leistungsshow auf dem Münsterplatz. In den sonntäglichen Gemeindegottesdiensten im Heilig-Kreuz-Münster und in der Augustinuskirche sind besondere musikalische Programme geplant, unter anderem feiern die St. Michael-Chorknaben ihr 70-jähriges Bestehen. Den ökumenischen Schlussgottesdienst am Sonntag, 9. August, in der Augustinuskirche gestaltet Beatrix Steinhübl mit Gesang und Band. Zahlreiche Kooperationen und Begleitveranstaltungen laden über die Konzerte hinaus ein, sich mit dem Thema „Balance“ auseinanderzusetzen: Bereits am Donnerstag, 11. Juni, wird Jean Asselborn, ehemaliger luxemburgische Außenminister und Europapolitiker, einen Vortrag zu „Welt in Disbalance? Europa zwischen Verantwortung und Realität“ im Prediger halten, eine Begleitveranstaltung des EUROPoint Ostalb, Landratsamt Ostalbkreis, in Kooperation mit der Gmünder VHS zum Festival. Das Musikforum „Forschungsportal Bach“ am Samstag, 18. Juli, sowie die Künstlergespräche mit den Interpreten der Konzertabende ermöglichen vertiefte Einblicke in das Programm. Während des gesamten Festivals läuft die Ausstellung „Gleichgewichtˇstörung“ in der Galerie „Labor im Chor“ im Kulturzentrum Prediger. Darüber hinaus bietet das Internationale Schattentheater Museum „schattenreich“ während der Festivalzeit Sonderführungen an.

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